Der erste Eindruck verhandelt nicht.
Projekt: Optimierung Foyer & Empfang
Auftraggeber: Synfis Service GmbH
Aufgabe: Akustik & Einrichtung
Große, runde Foyers neigen zu zwei massiven Problemen: ungemütliche Sterilität und sich aufschaukelnder Hall. Das Konzept für Synfis setzt genau dort an, ohne die Grundsubstanz anzugreifen.
Die Lösung für das akustische Problem sind spiralförmig im Raum abgehängte Schallabsorber. Exakt für dieses Foyer entworfen und maßgefertigt, verbessern sie die Raumakustik spürbar. Die neue Möblierung bricht die kühle Leere komplett auf und schafft eine einladende Lounge-Situation. Indirekte Beleuchtung – als schwebendes Lichtband unter dem Tresen und weiche Illumination der Pflanzen – gibt dem Foyer eine warme, strukturierte Tiefe. Der präzise platzierte Firmenschriftzug rundet den Raum ab und signalisiert Markenpräsenz, ohne visuell zu überladen.
Erlebniswelt bis ins Detail.
Projekt: Modernisierung Kunden-WC
AUFTRAGGEBER: Ruwisch & Zuck (ECC)
AUFGABE: Materialkonzept & Raumgefühl
Wer ein Kunden-WC neu gestalten will, steht im Gewerbebestand fast immer vor demselben Problem: sterile, weiße Fliesen und eine unpersönliche Atmosphäre. Für das Projekt im European Cheese Center (ECC) lautete der planerische Auftrag daher, den alten Sanitärbereich passgenau in die dortige, hochwertige Erlebniswelt für Schulungs- und Käseverkostungsevents zu integrieren.
Der gleiche Raum¿ Unmöglich!
Der Spiegeltrick – gekonnt eingesetzt – hilft immer. Durch die Spiegelung der großformatigen Alpenlandschaft mit dem weiten Himmel und einer farblich abgestimmten Wandgestaltung entsteht optisch eine ungeahnte Tiefenwirkung.
Passend zum kulinarischen Kern des European Cheese Centers habe ich den gesamten Sanitärbereich materiell völlig neu gedacht: Statt steriler Trennwände prägt nun massives, charakterstarkes Altholz die Kabinen- und Waschtischgestaltung.
Unterstützt durch einen hochpräzise bedruckten Fotoboden in Natursteinoptik und die stimmungsvolle Akzentbeleuchtung aus umfunktionierten, rohen Kuhglocken entsteht ein meisterhafter Stilmix. Ein stimmiges Gesamtkonzept im Alpine-Style, das bei Gästen und Kunden einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Bestand: Visueller Tinnitus.
Lösung: Gestalterischer Exorzismus.
Projekt: Kernsanierung & Praxisneubau
Auftraggeber: Dr. Scholz
Aufgabe: Erschaffung einer neuen HNO-Praxis
Wenn die gestalterischen Sünden der Vergangenheit so laut schreien, dass eine normale Modernisierung versagt. Wer diese Fläche vor dem Umbau betrat, stand mitten in einer visuellen Reizüberflutung: Gestreifte Säulen, spiegelnde Deckenkreise und giftblau lackierte Türzargen blockierten jede Logik. Die Gebäudesubstanz war solide – die bestehende Raumaufteilung jedoch ein verschachtelter Irrgarten. Hier half kein Schönpflastern, dieser Zustand musste radikal ausgetrieben werden. Die alte Struktur wurde komplett entkernt. Erst nach diesem konsequenten Kahlschlag konnte eine neue, den Patienten willkommen heißende Praxis entstehen.
Arzt: „Ein Tresen in Nierenform wäre schön.“
Designer: „Sie sind HNO-Arzt… wie wäre ein Ohr¿“
Der erste Eindruck beim Betreten: Ein skulpturales, 5 Meter großes Ohr ordnet als Empfangstresen den Raum. Doch dieses visuelle Statement war nur der Anfang. Mit der neuen Raumplanung löse ich die alten Probleme kompromisslos auf: Die Verkehrswege für das Praxisteam sind nun auf das absolute Optimum getrimmt. Gleichzeitig entkopple ich den Wartebereich akustisch so intelligent vom Empfang, dass vertrauliche Patientengespräche dort bleiben, wo sie hingehören – am Tresen. Warme Erdtöne und eine präzise, stimmungsvolle Lichtgestaltung nehmen der neuen Praxis jede klinische Sterilität.
Der Effekt für die Praxis: Die Patienten sind bereits im Wartebereich deutlich entspannter. Das Raumkonzept vermittelt ihnen von der ersten Sekunde an, dass sie hier in den besten Händen sind – noch bevor die eigentliche Behandlung beginnt.
Barrierefreiheit neu gedacht: Würde statt Klinikcharme.
Projekt: Neugestaltung barrierefreies WC
AUFTRAGGEBER: euradia Nuklearmedizin
AUFGABE: Farbkonzept & Atmosphäre
Barrierefreie WCs sehen meist „gehandicapt“ aus. Das stört mich als Designer immer wieder. Zugegeben, die meisten öffentlich zugänglichen „stillen Örtchen“ machen da keine Ausnahme. Sanitäreinrichtungen im Gewerbebestand folgen meist rein pragmatischen Vorschriften – das Resultat davon kennt jeder.
Bei der Modernisierung der Praxis euradia Nuklearmedizin habe ich meinen Auftraggeber einfach mal mit einem etwas anderen Entwurf überrascht. Zu meiner und der Freude aller, die das WC benutzen, sollte es genau so umgesetzt werden.
Der erste Eindruck:
erstauntes Stutzen, gefolgt von einem leichten Schmunzeln.
Die notwendigen Stützklappgriffe und das barrierefreie WC sind erst auf den zweiten Blick erkennbar. Durch den raumbreiten Spiegel habe ich die Unterwasser-Wandgestaltung optisch verdoppelt und dem Raum eine ungeahnte visuelle Weite verliehen.
Für das stimmige Gesamtkonzept habe ich den Boden als sandigen Meeresgrund und die Decke als Dach aus türkisem Wasser gestaltet. Die dunklen Haltegriffe verschmelzen durch die detailreiche Unterwasser-Tapete dabei nahezu unsichtbar mit der Wand.
Dass im Hintergrund dezente Meeresklänge laufen, ist das kleine i-Tüpfelchen, das den Raum perfekt abrundet.
Von der Schulmensa zum Szene-Café
Projekt: Neugestaltung Pausenraum
AUFTRAGGEBER: Ruwisch & Zuck
AUFGABE: Wertschätzung der Mitarbeiter & radikaler Stilwechsel
Sicher, die Basics waren abgehakt: Es gab Tische und Stühle, ausreichend Licht, und im Winter funktionierte die Heizung. Doch atmosphärisch erinnerte alles eher an eine unpersönliche Schulaula.
Die kalte, sterile Deckenbeleuchtung und die roten Bodenfliesen taten ihr Übriges, um jede Form von Gemütlichkeit im Keim zu ersticken. Bei der Bestandsaufnahme war daher sofort klar: Ein bisschen neue Farbe und ein paar andere Stühle reichen hier nicht. Dieser Raum brauchte einen radikalen Schnitt, um aus einem lieblosen Zweckbau ein unternehmensinternes Szene-Café zu machen.
Kunst, Farbe, Licht und echte Aufenthaltsqualität.
Der Kontrast zum funktionalen Arbeitsalltag könnte nicht größer sein. Statt steriler Rasterleuchten sorgen nun fließende, warmweiße Lichtlinien an der Decke für eine entspannte Grundstimmung. Rote Fliesen wichen einem Boden in natürlicher Holzoptik, während die Wände in einem dezenten Grauton gehalten sind, dessen feine Rot- und Gelbanteile das Farbspektrum des Holzes exakt aufgreifen. Gemeinsam schaffen sie einen ausbalancierten Rahmen für diesen radikalen Stilwechsel.
Der visuelle Ankerpunkt ist das großflächige Graffiti-Kunstwerk, das dem Raum eine unverwechselbare, urbane Identität verleiht. Kombiniert mit den bequemen Sesseln in Beeren- und Senftönen entsteht genau die Atmosphäre, die man in einem echten Szene-Café erwarten würde. Das Ergebnis ist ein Ort, der den Mitarbeitern spürbare Wertschätzung entgegenbringt – und an dem die Pause zur echten Erholung wird.











